
Half Life Chornobyl
Volker Kreidler
Zitadelle Spandau – Stadtgeschichtliches Museum
Am Juliusturm 64, Berlin, Berlin 13599
Admission
Free Admission
About
Am 26. April 1986 ereignete sich im AKW Tschernobyl der bis dato größte anzunehmende Unfall der zivilen Nuklearnutzung. Knapp 10 Jahre später, 1995, beauftragte das Deutsche Hygienemuseum Dresden den Fotografen Volker Kreidler die Folgen der Katastrophe für die Menschen, die Orte und die Natur zu dokumentieren. 2015 kehrte der Fotograf in die Sperrzone zurück um die Rückeroberung der Natur durch die überwiegende Abwesenheit des Menschen mit der Kamera festzuhalten. 2025 reiste Volker Kreidler erneut nach Kyjiw, die Fotografien sind ein hochaktuelles Zeugnis der politischen Gegenwart in der Ukraine. Im Zentrum der Arbeiten von 2025 steht die Resilienz der Menschen in Kyjiw und der Sperrzone, auch im Kontext der Bedingungen während des russischen Angriffskrieges. Die Ausstellung „Half life Chornobyl“ in der Bastion Kronprinz der Zitadelle Spandau stellt dieses Langzeitprojekt umfassend vor; als Manifest, das die Grenzen der Beherrschbarkeit unserer hochtechnisierten Welt visualisiert. Von der permanenten unsichtbaren Bedrohung durch Strahlung über systemische Korruption bis hin zur Eskalation durch kriegerische Akte: Kreidlers Bilder verdeutlichen, dass das Risiko von Atomkraft niemals statisch ist, sondern insbesondere in Krisenzeiten unberechenbare Dimensionen annimmt.