
DOPE
Constantin Schroeder

Galerie Schindler Lab
Wilhelmstrasse 13, Berlin, Berlin 10117
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Free Admission
About
„Dope" wird im Hip-Hop-Jargon verwendet, um Begeisterung oder Zustimmung für etwas auszudrücken, was als beeindruckend empfunden wird. Constantin Schroeder bildet aber in seinen Gemälden nicht einfach nur eine Hiphop-Welt ab, in den meist großformatigen und überwiegend in fotorealistischer Weise gefertigten Bildern, betritt Schroeder eine unwirkliche Welt, die die Tiefen des Unbewussten ausloten und den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich um das Fantastische und Absurde erweitern will. Er greift tief in die menschliche Psyche, er erweitert das Bewusstsein und die Wirklichkeit der Betrachter und versucht, Sehgewohnheiten umzustürzen. Schroeder befasst sich in seiner Arbeit vorrangig mit dem Thema des Verstreichens von Zeit. Wie können wir die Zeit anhalten? Neben der exakt messbaren Zeit, die linear fortlaufend ist, gibt es eine subjektive Wahrnehmung von Zeit. Schroeders Gemälde wollen die Konzentration auf einen Zustand von Geistesgegenwart zeigen, in dem ein Mensch die Verfasstheit seiner Umwelt, seines Körpers und seines Gemüts erfahren kann, ohne abgelenkt zu sein: Innehalten, betrachten, bewusst werden - jetzt kann er die Zeit anhalten. In seiner aktuellen Hip-Hop-Serie „Cypher" veranschaulicht Schroeder diese Botschaft einmal mehr. Seine Hiphopper sind ganz im bewussten Augenblick, ob in der Bewegung, auf dem Beat ihrer Musik, in der Schwebe, in Konzentration und Erwartung ihres Einsatzes. Es ist die Darstellung eines besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustands, die Schroeder interessiert, die Betrachtung des gegenwärtigen Moments - und es geht ihm um das Finden einer Stabilität darin. Ist ein Körper in Ruhe, beruhigt sich auch der Geist - eine Grundlage für Stabilität und Gleichgewicht. Schroeders Figuren stehen dabei immer alleine gewissermaßen im Regen. Einzelne weiße Tropfen heben sich von dem dunklen fließenden Hintergrund ab - sie stehen sinnbildlich für das Verstreichen von Zeit. Alles fließt, alles bewegt sich fort, nichts ist von Dauer - das ist eine Erfahrung, mit der Menschen umgehen müssen. Aber Schroeders Helden stehen oder schweben oder verweilen in Angesicht von Tropfen und Fließen ganz stabil und in Harmonie, in einem Gleichgewicht, in Kontemplation, sie nehmen den gegenwärtigen Moment wahr, betrachten ihn - und halten ihn tatsächlich an. – Das ist dope!