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Dora Budor & Noah Barker
Dora Budor, Noah Barker
Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.)
Chausseestrasse 128 / 129, Berlin, Berlin 10115
Di–So 12–18 Uhr, Do 12–20 Uhr
Admission
Free Admission
About
Dora Budors und Noah Barkers kollaborative Praxis entspringt ihrem gemeinsamen Interesse an Kartografien von Macht und Begehren, in denen ökonomisches Fortschrittsstreben auf psychologische Resonanz trifft. Als Prolog der Premiere ihrer neuen gemeinsamen Videoarbeit _Monte Carlo Method_ im November 2026 im n.b.k. werden im Juni im n.b.k. Showroom Budors Videoarbeit _Lifelike_ (2024) und Barkers Werkserie _Juniper_ (2026) einander gegenübergestellt. Die Werke sind charakteristisch für ihren gemeinsamen Schaffensprozess – sie behandeln instabile Zustände und vermitteln ein Gefühl für die eigene psychophysische Infrastruktur. _Lifelike_ (2024) von Dora Budor artikuliert die fortwährende Abstraktion des zeitgenössischen Lebens. In und um die Hudson Yards in New York gedreht, untersucht die Videoarbeit das größte und teuerste private Immobilienprojekt in der Geschichte der USA, das 2019 eröffnet wurde. Ein an der iPhone-Kamera befestigtes, vibrierendes Sexspielzeug verhindert eine klare Wiedergabe der Sicht auf die Umgebung und suggeriert Erregung, Abgestumpftheit und Überstimulation. Das Tempo der Arbeit ist bestimmt durch den von der US-amerikanischen Kulturtheoretikerin Sianne Ngai geprägten Begriff stuplimity, der ein Gefühl extremer Erschöpfung durch ein Zusammenfallen von Langeweile (stupor) und Erstaunen (sublimity) beschreibt. _Juniper_ (2026) von Noah Barker nimmt Bezug auf den gleichnamigen im Pazifik durchgeführten Kernwaffentest. Die auf Löschpapier (blotting paper) gedruckten Videostills der Explosion verweisen zugleich auf die Verabreichungsform der halluzinogenen Substanz LSD sowie auf Experimente mit der Droge, die im Kontext sowohl der Gegenkultur als auch militärischer Bestrebungen im Kalten Krieg stattfanden. Die Arbeiten auf Papier erinnern zusätzlich an einen Filmstreifen eines experimentellen Flicker-Films und eröffnen eine Parallele zu filmisch erzeugten rauschhaften Zuständen. Budors und Barkers neue Videoarbeit _Monte Carlo Method_ (2026) basiert auf einem mathematischen Modell zur Abschätzung möglicher Ergebnisse unsicherer Ereignisse. Die gleichnamige Methode, die ihren Ursprung im sogenannten Manhattan-Atomprojekt hat und zentral für Finanzprognosen ist, strukturiert den Film, der eine Stadt und ein Jahrhundert untersucht, die auf Zufällen aufgebaut sind.