
Les Vitrines - Angharad Williams « Title »
Angharad Williams
Institut français Berlin
Kurfürstendamm 211, Berlin, Berlin 10719
Mo: geschlossen, Di: 09:00–12:00 / 13:00–18:00, Mi: 09:00–13:00 / 14:00–18:00, Do: 09:00–12:00 / 13:00–18:00, Fr: 09:00–12:00 / 13:00–17:30, Sa: 11:00–17:00, So: geschlossen
Admission
Free Admission
No entry fee mentioned; typical for Institut Français alternative space.
About
In diesem zweiten Zyklus der Vitrines 2026, von Lila Torquéo kuratiert, begrüßen wir die Künstlerin Angharad Williams. Let shout exult L!O!V!E! From every glyph! Yea increase L&0& V&E& Amply companioned To be Emblossomed L\*O\*V\*E\* In an asterism of erosia To make LO VE Architected in eternal form. Robert Indiana, 19691 In den Schaufenstern entlang des Cinéma Paris in Berlin erstrecken sich Gemälde des Wortes Love, unter dem kalten und disziplinierten Erscheinungsbild der Schriftart Times New Roman. Diese Buchstaben, deren Gestaltung als universell gilt, weil eine westliche Zeitung sie zur Norm erhoben hat, wiederholen sich in einer Reihe progressiver Zooms. Doch je tiefer die Malereien in das Wort eindringen, desto mehr gerät die Lesbarkeit aus dem Gleichgewicht. Die Glyphen lösen sich in fragmentierte Flächen auf, das Logo wird nach und nach pulverisiert. Das Kinoerlebnis beginnt oft mit einem Produktionslogo, das sich in einer Choreografie aus Buchstaben und Licht animiert. Williams überträgt in die Stadt etwas von dieser Mechanik. Beim Durchqueren der Gemälde von Williams setzt das Publikum der Boulevards dieses zu glatte, zu liberale Zeichen in Bewegung. Es fühlt sich beinahe dazu angehalten, sie automatisch zu performen, bevor es, wenn es möchte, nach einer Logik sucht. Eine Delegation der Bewegung, die der Künstler bereits in seiner Ausstellung bei Peak (London, 2019) und bei Simian (Kopenhagen, 2025) erprobt hatte. Doch in Berlin verlangsamt sich der Rhythmus, als würden wir trotz uns selbst in eine langsamere Zeit gezogen, eine schwerere Gravitation. Ich habe bei der Lektüre von _The Undercurrents: A Story of Berlin_ von Kirsty Bell entdeckt, dass sein eigenwilliger Rhythmus mit der diffusen Präsenz von Wasser in seinen Untergründen zusammenhängen könnte. Für Bell erlaubt diese “Berlin’s relative stasis allows for a lethargic pace that both detracts and enables. Since the city is no longer a trading or finance capital, other paths may be followed than those determined by growth or success measured in economic terms alone. Berlin's lack of current allows for a slow motion dérive, an unfolding that follows the inconclusive weave of the River Spree, or the winding paths of Lenné's Tiergarten. It can be experienced at the unhurried speed of contemplation.”2 Indem Williams vom Konturierten ins Unendlich