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Schaulager: TRAUM UND ALBTRAUM Dystopien von Wolfgang Petrick (1939-2025)

HELMA, Wolfgang Petrick

Jun 12 – Aug 1

Galerie Poll
Gallery

Galerie Poll

Gipsstraße 3, Berlin, Deutschland 10119

Tue–Sat 12–18, by appointment

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In TRAUM UND ALBTRAUM treffen die „surrealen Welten“ von HELMA und „Dystopien“ ihres Ehemannes Wolfgang Petrick in der Galerie Poll aufeinander. Wolfgang Petrick gehört zu den Künstlern der ersten Stunde, das Werk von HELMA hat die Galerie erstmals 2025 in einer Einzelausstellung in Berlin und im Rahmen des Programms _re:discover_ auf der Art Karlsruhe ausgestellt. HELMAs Gemälde haben deutliche Bezüge zum Surrealismus, zur Art Brut und zum Magischen Realismus. Mit Träumen, Märchen und Visionen nähert sich die Künstlerin dem Bodenlosen und Abgründigen. In ihren Bildern begegnen den Betrachtern Schlangen, die sich um kahle Äste winden. Kreuze, Totenschädel und brennende Kränze tauchen neben Baumwurzeln und Leitern auf, die zum Himmel emporwachsen. Schlingpflanzen und Dornen, aber auch prächtige Blüten und Herzen sind wiederkehrende Bildmotive. Die häufig in rote oder blaue Farbtöne getauchten Szenerien sind akribisch fein mit dem Pinsel in Öl gemalt. Innen- und Außenwelt, Traum und Realität verschmelzen zu poetisch schönen Gemälden, in denen gleichzeitig Unheil zu lauern scheint. In einigen ihrer Arbeiten nutzt HELMA Grafiken von Wolfgang Petrick als Grundlage und integriert seine Motive in ihre eigenen Kompositionen. Diese „Gemeinschaftswerke“ sowie ein von Wolfgang Petrick gezeichnetes Porträt von Helma, auf dem er seine Frau aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und sich selbst beobachtend darstellt, bilden ein Scharnier zwischen den beiden zeitgleich gezeigten Ausstellungen. Wolfgang Petricks Werk ist in den 1960er und 1970er Jahren eng mit dem Begriff „Kritischer Realismus“ verbunden, einer Kunstrichtung, die zu einer Art Markenzeichen der Kunst in West-Berlin wurde. In den 1980er Jahren löst sich Petrick von dieser Stilrichtung, wobei ihn seine künstlerischen Vorbilder Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann oder James Ensor weiter beschäftigen. In den kommenden Jahrzehnten entwickelt Petrick in seinen Gemälden, Zeichnungen, Grafiken, Objekten, Skulpturen und Installationen einen eigenen, teils raumgreifenden Bilder-Kosmos, der sich aus mythischen, christlichen, kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Quellen sowie aus Nachrichten- und Porno-Magazinen speist. „Lust und Schmerz, Eros und Tod, Zärtlichkeit und Aggression sind eng beieinander liegende und wesensbestimmende Faktoren seiner Kunst, die stets das empfindliche Gleichgewicht zwischen Menschen, Natur und Macht umkreisen und den Betrachter dem Zwiespalt von Emotion und Verstand aussetzen.“ (Werner Hofmann) In seinen meist großformatigen Kompositionen verbindet Petrick verschiedene Bild- und Medienebenen in Schichten und Überlagerungen. Dabei arbeitet er in thematischen Zyklen und an mehreren Werken gleichzeitig. Er kombiniert Öl- und Acrylmalerei mit Zeichnung, collagiert und montiert Materialien, fotografiert diese künstlerische Arbeit, bearbeitet das Foto digital, druckt das digitale Bild auf die Leinwand, um hierauf wieder zu malen oder zu zeichnen. Der Entstehungsprozess eines Bildes kann mehrere Jahre dauern.

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