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Fiktive Welten mit Windgeschirr

Lisa Glauer, Sabine Schneider

Jun 6 – Jul 25

GALERIE BERNAU
Alternative Space

GALERIE BERNAU

Bürgermeisterstr. 4, Bernau bei Berlin, Brandenburg 16321

Mi—Fr, 10—18 Uhr Sa, 10—16 Uhr

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About

In dieser Ausstellung kommen zwei sich ergänzende Perspektiven auf Umbrüche im lokalen und globalen Raum zusammen. Wir leben in einer Zeit, in der sich Grenzen verschieben oder wieder stärker kontrolliert werden. Vieles sicher geglaubte bricht auf, und die vielen kleinen Veränderungen in unserem direkten Umfeld halten uns zusätzlich in Atem. Die beiden Künstlerinnen haben sich unabhängig voneinander für das Jahresthema beworben und sich darauf eingelassen, ihre Werke für diese Ausstellung zu kombinieren. So können wir in den unterschiedlichen Dimensionen des Raumes zwei Positionen finden, die sich auf wundersame Weise hervorragend ergänzen. An den Wänden entführt uns Sabine Schneider in ihre „fiktiven Welten“ mit verschobenen Grenzen und imaginierten Landschaften. Auf ausrangierten Schulkarten aus den 1970er und 80er Jahren hat die Künstlerin dem Gefühl der ungewissen klimatischen und politischen Zukunft Ausdruck verliehen. Grenzen sind menschengemacht und ändern sich, Krieg und Migration lassen Orte entstehen oder verschwinden, und Grenzüberschreitungen aller Art erzeugen sowohl neue Wege als auch neue Fronten. Zudem verändert die Klimakrise bereits sichtbar den Planeten. Durch Zerreißen, Zerschneiden, neu Zusammensetzen und Übermalen stellt Schneider das Bestehende in Frage. So integriert sie Bewegung und Aktualität in ein unzeitgemäßes Medium. Zugrunde liegt die Frage, wie wir in Zukunft miteinander in dieser Welt leben wollen. Schneider eliminiert rote Linien oder verändert sie, sie greift ein, bricht aktiv bestehende Grenzen auf und stellt damit ihren Sinn in Frage. Die entstandenen Werke mögen irritieren, sie zwingen uns zu einer Selbstverortung und weiten gleichzeitig den Blick für neue Konstellationen und Perspektivwechsel. Von der Decke hängend und auf dem Boden sowie einmalig auch im öffentlichen Stadtraum im Alten Goethepark entdecken wir die Arbeiten von Lisa Glauer. In ihrer aktuellen Schaffensphase baut sie Windgeschirre und lässt diese wie Seismographen die Bewegungen eines Ortes einfangen und abbilden. So entsteht eine unterschiedlich lange Momentaufnahme ohne digitale Mittel. Die Werke entwickeln im organischen Herstellungsprozess ein formales Eigenleben: Sie werfen Schatten, verdrehen und verziehen sich, balancieren sich selbst aus, und übertragen Bewegungen auf Leinwand. Im Laufe der Ausstellung werden verschiedene Gemälde auf dem Galerieboden entstehen und im Raum verteilt. Die entstehenden abstrakten Bilder erzählen von Veränderung an einem lokalen Punkt und sind voller Brüche und Kanten. Das Aufgezeichnete lädt Besuchende zur freien Interpretation ein. So entdecken wir auf den verschiedenen Ebenen vom Boden über die Wände bis zur Decke und in den Himmel Ansätze zur Verarbeitung von Umbrüchen im punktuellen und sehr großen Maßstab. Sie umgeben uns und verändern uns, egal wo wir sie aufspüren und die Auseinandersetzung kann ein Anfang sein, einen Umgang mit ihnen zu finden.

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